Hilfe für den Neubeginn
Abdullah* und seine Frau Jumana mussten vor drei Jahren ganz von vorne anfangen. In ihrer Heimat Jordanien hatte Jumana studiert, Abdullah war LKW-Fahrer – die beiden freuten sich auf ein gemeinsames Leben. Doch dann wurde die Situation in ihrer Heimat aus politischen Gründen lebensbedrohlich für das junge Ehepaar. In Deutschland fanden sie Zuflucht und wollten sich eine neue Existenz aufbauen. Doch das war gar nicht so einfach: Jumana stand mit einem abgebrochenen Studium da, Abdullahs LKW-Führerschein wurde in Deutschland nicht anerkannt, beide sprachen kaum deutsch. Sie fühlten sich fremd und verloren, hatten keine Perspektive. Sie lebten von staatlicher Unterstützung und litten darunter, aus der gesicherten Existenz in Jordanien in eine Situation geraten zu sein, in der sie der Gesellschaft zur Last fallen und finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen mussten.
Als vor zwei Jahren die kleine Muna auf die Welt kam, beschlossen Abdullah und Jumana, sich Hilfe beim Diakonischen Werk zu holen. Ihre Tochter sollte nicht in dieser traurigen, scheinbar ausweglosen Situation aufwachsen. Im Stadtteilbüro Medinghoven fanden sie nicht nur ein offenes Ohr für ihre Probleme und Sorgen, sondern auch pragmatische und unkomplizierte Unterstützung.
Die Diplom-Sozialpädagogin Irini Dieck kümmerte sich zunächst einmal darum, dass die kleine Familie die finanzielle Unterstützung bekam, die ihr zustand. Abdullah und Jumana hatten es aufgrund ihrer Sprachprobleme nicht geschafft, bei den Ämtern die richtigen Anträge zu stellen – mit der Hilfe des Diakonischen Werks hatten sie nun wenigstens das Nötigste, um ihre Familie über Wasser zu halten. Damit sie selbst für sich sorgen konnten, brauchte Abdullah einen deutschen LKW-Führerschein, der aber kostete ca. 2.000 Euro – eine Summe, die unerreichbar hoch schien. Das Diakonische Werk überzeugte die Arbeitsagentur, die Kosten zu übernehmen. Nachdem der Führerschein bestanden war, bekam Abdullah Bewerbungstraining und wurde immer selbstsicherer und ehrgeiziger. Sein Durchhaltevermögen lohnte sich: Er bekam eine feste Stelle als LKW-Fahrer einer Supermarkt-Kette. Jumana machte währenddessen den Kurs "Mama lernt deutsch" und übernahm anschließend gleich die dortige Kinderbetreuung – eine Honorarstelle.
Ein Mädchen im Stadtteilbüro
Heute ist die kleine Familie finanziell unabhängig und bekommt keine Leistungen mehr von der Arbeitsagentur. Jumana und Abdullah haben wieder Vertrauen und Zuversicht gefasst und über das Diakonische Werk viele Freunde im Stadtteil gefunden. Sie sind wieder selbstbewusst und fröhlich – und ihre kleine Tochter Muna hat nun die faire Chance auf einen guten Start ins Leben.
Viele Familien in unserer Region befinden sich in ähnlichen Situationen und brauchen schnelle Hilfen, bevor sie noch mehr abrutschen. Helfen Sie jetzt: Mit 15 Euro könnten Sie ein Spielzeug finanzieren, dass sich sozial benachteiligte Eltern für ihre Kinder sonst nicht leisten könnten. Mit 50 Euro unterstützen Sie eine Familie in Not dabei, dass ausreichendes Schulmaterial kaufen kann. Und mit 90 Euro ermöglichen Sie einer Mutter den Besuch des Kurses "Mama lernt deutsch".
* Namen der Betroffenen geändert