Diakonie

 


Was ist Diakonie?
I. Biblisch-theologische Grundlagen

Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirche. Sie ist begründet im Glauben an Jesus Christus, dessen Leben ein beispielhaftes Vorbild gelebter Nächstenliebe war.
Wie solche Nächstenliebe konkret aussehen kann, erzählt Jesus ganz anschaulich in der Geschichte vom Barmherzigen Samariter, Lukasevangelium 10, 25-37.

 

Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst" (5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18). Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.
Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.
Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Die Quintessenz der Geschichte, in der Jesus diakonisches Handeln empfiehlt, lautet: „Gehe hin und tue desgleichen.“ (Lukas 10, 37) D.h.: Handele genauso wie der barmherzige Samariter, von dem die vorhergehende Geschichte erzählt.
Mit dieser Geschichte drückt Jesus bildhaft aus, was es heißt, seine/n Nächste/n zu lieben wie sich selbst.
Diese Geschichte wird immer wieder zur Begründung der Diakonie verwendet. An ihr sind die Qualifizierungsmerkmale diakonischen Handelns abzulesen als:

Fazit: Diakonisches Handeln ist Ausdruck der Liebe und Gerechtigkeit Gottes in der Welt; sie orientiert sich an dem, was der/dem Nächsten dient.

 

Alle Arbeit der Diakonie will Dienst an der/dem Nächsten sein. Sie will Menschen helfen, die in eine Notlage geraten sind. Sie will die Ursachen der Notlage beheben, Hilfe zur Selbsthilfe leisten, für soziale Gerechtigkeit eintreten, soziale Ausgrenzung verhindern und die Lebenssituation Benachteiligter verbessern.

In den unterschiedlichsten Feldern der sozialen Arbeit setzen sich die Mitarbeitenden der Diakonie dafür ein, dass Menschen unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung und Religion …, ungeachtet der Ursachen ihrer Notlage, Unterstützung erhalten, um zu einem lebenswürdigen Dasein zu gelangen.

In der Diakonie macht Kirche sich stark für andere.

Weiterführende Informationen zum Begriff Diakonie erhalten Sie hier.

Weiterführende Informationen zum Verhältnis von Kirche und Diakonie erhalten Sie hier.

Zentrale Bibeltexte zur Begründung und Illustration eines diakonischen Lebens, wie Jesus Christus es vorlebte und zur Nachahmung empfahl, finden Sie hier.zum Seitenanfang


 

II. Geschichte der Diakonie

Diakonie gehört als christlicher Glaube in Aktion, als praktizierte Nächstenliebe in der Nachfolge Jesu Christi, als Verkündigung durch die Tat seit den Anfängen des Christentums und der Kirche zum Christsein dazu.
In unterschiedlicher Form wurde sie durch die Jahrhunderte hindurch wahrgenommen.
Als Geburtsstunde der organisierten Diakonie der Neuzeit gilt das Jahr 1848.

Eine kurze Geschichte des Helfens - 150 Jahre Diakonie als kirchliches Werk lesen Sie hier.

Detaillierte Informationen zur Geschichte der Diakonie finden Sie hier.

Die Chronik des Diakonischen Werkes können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen.

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III. Organisationsstruktur

Zur Diakonie in Bonn gehören diakonische Einrichtungen in unmittelbar kirchlicher Trägerschaft und selbstständige diakonische Einrichtungen. Die selbstständigen diakonischen Träger sind in der Regel als gemeinnützige Vereine oder gemeinnützige GmbHs organisiert. Vertiefende Informationen dazu können Sie hier nachlesen.zum Seitenanfang


 

IV. Die Aufgaben

Die Diakonie steht Menschen offen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen Rat und Hilfe suchen. Dies betrifft zum Beispiel jene, die in eine sozial schwierige Situation geraten sind. Oder Benachteiligte und Minderheiten, denen wir über eine Anwaltsfunktion Hilfen anbieten. Die Situationen und Schicksale sind ganz individuell. In den Auswirkungen jedoch betreffen sie nach wie vor die zentralen Probleme unserer Zeit: Armut, Erwerbslosigkeit, Krankheit und Hilfebedürftigkeit in (anscheinend) auswegloser Situation. Weitere Details zu "Aufgaben der Diakonie" finden Sie hier.

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V. Diakonie und Sozialpolitik

Das Diakonische Werk ist Teil des sozialen Netzes im Raum Bonn und in den linksrheinischen Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises. Mit der Stadt Bonn, die einen Teil unserer Arbeit finanziert, und anderen Kommunen besteht eine enge Zusammenarbeit. In der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (AGW) Bonn, kooperieren wir mit vier anderen Wohlfahrtsverbänden.

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VI. Die Diakonie als Dienstleistungsunternehmen

Unsere Kompetenz entspringt nicht allein unserem christlichen Auftrag. Wir haben schon sehr früh begonnen, unsere Arbeit auf ein professionelles und wirtschaftlich tragfähiges Fundament zu stellen. Auch wenn unser Ansatz ein nicht nur weltlicher ist - die Diakonie "funktioniert" wie ein Unternehmen, ist entsprechend strukturiert und organisiert. Wie genau, erläutert der folgende Abschnitt.

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VIV. Leitlinien

Unsere Leitlinien werden zunächst einmal von wichtigen Grundsätzen bestimmt. Dazu zählen unsere Liebe zum Nächsten, unser christlicher Glaube und das gesellschaftliche und soziale Beziehungsgeflecht, in das die Diakonie eingebunden ist. Deshalb sind unsere Leitlinien etwas weiter gesteckt und umfassen die Diakonie als Wohlfahrtsverband, als Dienstleistungsunternehmen, als Teil des "Marktes", als Partner für Hilfesuchende und als "Arbeitgeber", der sich gemeinsam mit den hier Tätigen für eine hohe Qualität der Arbeit einsetzt.

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