Diakonie

 

Zentrale Bibeltexte zur Begründung und Illustration eines diakonischen Lebens, wie Jesus Christus es vorlebte und zur Nachahmung empfahl


 

Nach christlichem Verständnis zeichnet sich Menschsein durch unsere Fähigkeit zur Hilfeleistung wie auch durch unser Angewiesen sein auf Hilfe, Annahme und Teilhabe an der Gemeinschaft aus. Kein Mensch ist nur und in jeder Hinsicht schwach und hilfebedürftig. Hilfebedürftig wie zur Hilfeleistung fähig zu sein gehört gleichermaßen zum Menschsein. Darum fordert uns Jesus auf, unsere Gaben in den Dienst der/des Nächsten bzw. der Gemeinschaft zu stellen:


 

Die Essenz der Botschaft Jesu:
Das Doppelgebot der Liebe – Markusevangelium 12, 28-34:

Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« (5.Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Auf die Nachfrage ‚Was ist ein Gott-gefälliges Leben? - Wie soll ich leben?’ antwortete Jesus einem Zeitgenossen: "Du sollst Gott lieben (…) und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Markus 12, 30f)

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Das Doppelgebot der Liebe ganz praktisch: Die Geschichte vom Barmherzigen Samariter – Lukasevangelium 10, 25-37:

Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst" (5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18). Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.
Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.
Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Die Quintessenz der Geschichte, in der Jesus diakonisches Handeln empfiehlt, lautet: „Gehe hin und tue desgleichen.“ (Lukas 10, 37) D.h.: Handele genauso wie der barmherzige Samariter, von dem die vorhergehende Geschichte erzählt.
Mit dieser Geschichte drückt Jesus bildhaft aus, was es heißt, seine/n Nächste/n zu lieben wie sich selbst.
Diese Geschichte wird immer wieder zur Begründung der Diakonie verwendet. An ihr sind die Qualifizierungsmerkmale diakonischen Handelns abzulesen als:

Fazit: Diakonisches Handeln ist Ausdruck der Liebe und Gerechtigkeit Gottes in der Welt; sie orientiert sich an dem, was der/dem Nächsten dient.

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