Qualitätssicherung
- Pflegeleitbild
- Pflegemodell
- Pflegeprozess
- Pflegestandards
- Pflegeplanung
- Pflegedokumentation
- Beschwerdemanagement
Menschliches Leben liegt von Anfang bis zum Ende und über den Tod hinaus in Gottes Hand.
Wir bejahen alles Leben uneingeschränkt.
Pflege ist Lebenshilfe in Gesundheit, Krankheit, Behinderung und im Sterben. Das bedeutet:
- Wir stehen in der Pflege durch wechselseitiges Geben und Nehmen in Beziehung zu Kranken und Hilfebedürftigen
- Wir helfen dem Menschen bei der Bewahrung oder Wiedererlangung seiner Fähigkeiten
- Wir sorgen für die notwendigen äußeren Bedingungen, die eine möglichst hohe Lebensqualität gewährleisten
- Wir unterstützen ihn bei der Bewältigung seiner Einschränkungen, damit er seine Lebensqualität akzeptieren oder sein Sterben annehmen kann
- Wir schaffen eine Atmosphäre, in der auch Angehörige und Bezugspersonen sich jederzeit angenommen und aktiv einbezogen fühlen
Wir arbeiten nach dem Modell der fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel. Krohwinkel sieht den Menschen ganzheitlich, so dass physische, emotionale und sozial-kulturelle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Gesundheit und Krankheit werden als Prozesse gesehen, die pflegerisch als Fähigkeiten und Defizite erkennbar sind.
Wohlbefinden und Unabhängigkeit sollen als pflegerische Ziele angestrebt werden, was durch Förderung der Fähigkeiten der Pflegebedürftigen oder ihrer Angehörigen erreicht werden kann. Krohwinkel's Modell ist ein Bedürfnismodell. Die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Menschen sind nach den Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens (AEDL) zu erfassen.
Diese lauten:
- kommunizieren können
- sich bewegen können
- vitale Funktionen aufrecht erhalten können
- essen und trinken können
- ausscheiden können
- sich pflegen können
- sich kleiden können
- ruhen, schlafen und sich entspannen können
- sich beschäftigen können
- sich als Frau oder Mann fühlen und verhalten können
- für eine sichere Umgebung sorgen können
- soziale Beziehungen und Bereiche sichern und gestalten können
- mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen können
Die AEDL's dienen als Orientierungshilfe, um möglichst viele Fähigkeiten, Bedürfnisse und Probleme von Pflegebedürftigen und ihren Bezugspersonen im Hinblick auf eine fähigkeits-fördernde, aktivierende Pflege zu erfassen.
Um das Ziel der fähigkeitsfördernden Pflege zu erreichen, wird eine Parallelisierung von Lebensprozess und Pflegeprozess angestrebt. Unabhängigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität der pflegebedürftigen Personen und ihrer Angehörigen soll unterstützt werden. Dabei ist die Qualität der Beziehungen zwischen Patient und Pflegekraft ausschlaggebend.
Deshalb legen wir Wert auf Bezugspflege, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.
Der Pflegeprozess ist ein Regelkreis. Der Pflegebedürftige und die Pflegekraft nehmen wechselseitig Einfluss auf den Pflegeprozess. Er läuft in folgenden Schritten ab:
- Informationssammlung anhand der AEDL's
- Erkennen von Problemen und Ressourcen des Patienten als realistische Grundlage zur Formulierung der Ziele
- Festlegen der Pflegeziele, vor allem im Hinblick auf das Erhalten, Erlangen und Wiedererlangen von Fähigkeiten
- Planung der Pflegemaßnahmen im Sinne von fördernder Kommunikation
- Durchführung der Pflege nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse und auf der Basis von vereinbarten Standards
- Beurteilung der Wirkung auf den Patienten und im Sinne des Regelkreises laufend aktuelle Anpassung der Ziele und Maßnahmen
Die Gestaltung des Pflegeprozesses ist aus unserem Dokumentationssystem zu ersehen.
Die individuelle Pflegeplanung ist fortlaufend aktualisiert und evaluiert und ermöglicht es allen an der Pflege Beteiligten, sich jederzeit einen genauen Eindruck von der Pflegesituation zu verschaffen.
Pflegestandards sind auf jeweils einzelne pflegerische Interventionen begrenzte Tätigkeitsbeschreibungen, also die schriftliche Fixierung der konkret zu erbringenden Leistungen.
Pflegestandards sind keinesfalls mit standardisierter Pflege zu vergleichen.
Wir richten uns nach den Erkenntnissen des Krankenpflegebuches "Praxis und Theorie der Gesundheitsförderung und Pflege Kranker" von Liliane Juchli und dem Qualitätshandbuch "Thieme's Pflege Band" eins und zwei. Beide Werke stehen den Mitarbeitenden zur Verfügung und werden in internen Fortbildungen erarbeitet.
Für jeden zu Pflegenden wird innerhalb der ersten Woche der Pflege eine Pflegeplanung erstellt. Ziel ist es, den zu Pflegenden kennen zu lernen, seine Möglichkeiten und erhaltenen Kräfte, sowie Art und Ausmaß seiner Hilfebedürftigkeit zu klären und heraus zu arbeiten, welche pflegerischen Hilfen er in seiner momentanen Situation benötigt.
Der Pflegeplan zeigt auf, wie der Pflegebedürftige in seiner Gesundung und der Erhaltung der verbleibenden Gesundheit unterstützt wird, bzw. wie er selbst darin aktiv sein kann. Die Gliederung erfolgt anhand der AEDL's nach Monika Krowinkel. Der Pflegeplan legt somit die Maßnahmen und die Art des Vorgehens fest. Durch individuelles Sammeln von Informationen können wir:
- Umfang, Dauer, Frequenz, Intensität und Art der Pflege festlegen
- Den Verlauf der durchgeführten Pflege und die Reaktionen des zu Pflegenden nachvollziehen
- Die Effektivität der durchgeführten Pflege beurteilen
- Die Pflege aktualisieren
- Eine sinnvolle Pflegebeziehung einleiten und ausbauen
- Die Motivation und die Eigenständigkeit des zu Pflegenden steigern
Die Evaluation der Pflegeplanung erfolgt planmäßig bei Patienten der Pflegestufe eins und zwei halbjährlich, bei Patienten der Pflegestufe drei monatlich. Bei Problemen erfolgt ggf. eine Anpassung der Ziele und Maßnahmen unter Berücksichtigung der Ressourcen.
Bei Änderungen im Krankheits- oder Pflegeverlauf erfolgt eine sofortige Evaluation und Anpassung der Pflegeplanung.
Für jeden zu Pflegenden wird ein Dokumentationsordner angelegt.
Er ist Eigentum des Pflegedienstes, der verpflichtet ist, eine Pflegedokumentation zu führen. Dieser Ordner liegt in der Wohnung des zu Pflegenden, in ihm sind die täglichen Pflegemaßnahmen aufgeführt und protokolliert.
Alle Dokumentationsblätter sind mit Patientennamen, Jahreszahl und fortlaufender Blattnummer versehen.
Eintragungen sind täglich, zeitnah und in für alle nachvollziehbarer Weise auszuführen.
Alle Pflegemaßnahmen sind mit Uhrzeit und Handzeichen (Namenskürzel) abzuzeichnen, Pflegemaßnahmen der Angehörigen sind vermerkt. Einträge erfolgen mit dokumentenechtem Stift. Korrekturen sind lesbar, Überkleben oder der Einsatz von Tippex ist unzulässig.
Der Pflegeablauf sowie Veränderungen jeglicher Art sind dokumentiert und nachvollziehbar. Mitteilungen an Kollegen oder andere Pflegepersonen werden im Pflegebericht notiert. Einsicht in die Dokumentation hat jeder Mitarbeitende des Pflegedienstes, der Pflegebedürftige, die Angehörigen, der Hausarzt/Facharzt, der medizinische Dienst der Pflegekasse.
Der Dokumentationsordner beinhaltet folgendes:
- Leistungsnachweise
- Stammblatt mit Anamnese
- Durchführungskontrolle
- Pflegeplanung
- Vitalwerte
- Hygieneblatt
- Ärztliche Verordnungen
- Wunddokumentation
- Lagerungsprotokoll
- Dekubitusrisikoerkennung/ Braden Skala
- Prophylaxen
- Berichtblatt
- Pflegevertrag
- Entgeltverzeichnis
- Handzeichenliste
- Haftungsblatt
- Pflegeüberleitungsbogen
- Schlüsselübergabe
- Notfalltelefonnummern
Wir denken und handeln kundenorientiert und nehmen Beschwerden von Patienten, Angehörigen, Ärzten, etc. selbstverständlich an.
Jede Beschwerde wird ernst genommen und führt zeitnah, spätestens nach einer Woche und in dringenden Fällen sofort zu lösungsorientierten Maßnahmen. Jeder Mitarbeitende nimmt Beschwerden entgegen und leitet sie unverzüglich an die PDL bzw. stellvertretende PDL weiter. Selbstverständlich können Beschwerden auch direkt bei der PDL oder ihrer Stellvertretung geäußert werden.
Im Rahmen von Pflegevisiten wird regelmäßig die Zufriedenheit aller Patienten und ihrer Angehörigen erfragt.